Massenfertigung in Losgrösse 1: Individuelle Produkte profitabel herstellen

Sie ist eine der großen Herausforderungen für fertigende Unternehmen: die vom Markt geforderte Produktindividualisierung. Kunden haben zunehmend die Erwartung, ihr Produkt nach Wunsch zu gestalten – ganz nach individuellen Anforderungen. Dies führt im Extremfall zu einer Orientierung der Fertigung in Richtung Losgröße 1. Für Unternehmen bedeutet das eine zusätzliche Flexibilisierung von Produktion und Logistik ‑ sowie ein gut organisiertes Variantenmanagement.

Aus der traditionellen Anordnung der Supply Chain wird dann zunehmend ein integriertes Wertschöpfungsketten-Ökosystem. Für die Umsetzung der Losgröße 1 sind Kunden aber selten bereit, längere Lieferzeiten in Kauf zu nehmen. Im Gegenteil, es muss trotz Personalisierung weiterhin schnell geliefert werden. Geht es also um eine große Auswahl und kleine Losgrößen, ist die Liste der Probleme lang:

Eine höhere Variantenvielfalt sorgt aus Sicht des Kunden für ein ansprechendes Produktportfolio. Während aber der Umsatz zunächst nur geringfügig wächst, steigen Lagerbestände und Kosten signifikant.

  • Die Rüstkosten und -zeiten steigen ebenfalls deutlich, da die Produktionsanlagen häufiger an individuelle Anforderungen angepasst werden.
  • Die kleineren, daher zahlreicheren Lose erhöhen die Komplexität der Prozesse. Diese müssen nun noch besser koordiniert werden.
  • Typischerweise bestimmen die Liegezeiten eines Produkts zwischen den Bearbeitungsschritten die Auftragsdurchlaufzeit. Die Liegezeiten ziehen sich durch Komplexität und suboptimale Planung nochmals in die Länge.
  • Auch mit Lieferanten kann es Probleme geben, wenn diese erst ab einer bestimmten Mindestlosgröße liefern oder Mindermengenzuschläge verlangen.

Grundsätzlich bedeutet die hier skizzierte individualisierte Massenproduktion, dass viele Entscheidungen, die früher das fertigende Unternehmen weit im Voraus getroffen hat, jetzt relativ kurzfristig erfolgen – und zwar durch den Kunden. Das führt zu einer deutlichen Zunahme von Unsicherheit in der Planung. Die klassischen Wertschöpfungsketten brauchen deshalb mehr Agilität ‑ also Anpassungsfähigkeit und Geschwindigkeit.

Der Weg zum effizienten Einzelstück
Ein wesentlicher Aspekt, um dabei mithalten zu können (oder sogar marktführend zu sein), ist Datentransparenz in Echtzeit. Diese benötigt eine durchgängige Integration und mehr Interaktion zwischen allen Beteiligten. Gleichbleibende Verfügbarkeit aller gewünschten Teile, ohne überhöhte Bestände in Kauf nehmen zu müssen, lässt sich nur durch optimierte Wertschöpfungsketten sicherstellen. Die Lösung liegt in abteilungsübergreifender, optimierter Planungsqualität gestützt auf Algorithmen mit Entscheidungsintelligenz, um die wachsende Anzahl einzelner Aufgaben blitzschnell koordinieren zu können.

Eine erfolgreiche Supply Chain muss schnell reagieren können. Zügig eine Lösung zu finden, hilft aber nur dann, wenn diese auch von hoher Qualität und gut realisierbar ist. Hochentwickelte Optimierungsverfahren können Millionen alternativer Ablaufsequenzen und Handlungen vergleichen und nach der sinnvollsten Sequenz zu untersuchen. In der Produktion bedeutet das: Auch bei zunehmender Komplexität bei kleinen Losgrößen kann auf plötzlich auftretende Störungen oder Veränderungen zu jedem Zeitpunkt reagiert werden. Wenn etwa Produktionsteile fehlen oder Ersatzteile nicht rechtzeitig geliefert werden, muss schließlich eine situative Umplanung der Prozesse möglich sein.

Produktion in kleinen Losen bis hin zur Losgröße 1 bleibt auch in Zukunft eine herausfordernde Art der Fertigung. Doch die weitere Entwicklung von 3D-Druckverfahren (additive Fertigung) und die Möglichkeiten einer individuellen Online-Konfiguration von Aufträgen werden die Nachfrage nach individualisierten Produkten weiterhin fördern. Die Notwendigkeit einer Losgröße-1-Fähigkeit rückt also näher.

Florian Sackmann
Industry Manager
itelligence AG
it-produktion@itelligence-group.de


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